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Haarausfall: welche Blutwerte checken lassen

Kyrylo Holovchenko
Kyrylo Holovchenko — Gründer von HealthLab, Entwickler der App zur Verfolgung von Laborwerten und Medikamenten.
Veröffentlicht: 10. September 2026 · Aktualisiert: 10. September 2026

Du bemerkst es zuerst auf der Bürste — mehr Haare als sonst. Dann auf dem Kissen. Unter der Dusche lösen sich ganze Büschel statt einzelner Strähnen. Du fängst an, genauer hinzuschauen als je zuvor, und eine Frage bleibt im Raum stehen: Ist das normal, oder stimmt etwas nicht?

Ein gewisser täglicher Haarausfall ist völlig normal. Der Haarfollikel lebt in Zyklen: Eine Wachstumsphase (Anagen, zwei bis sechs Jahre) geht in eine Ruhephase (Telogen, zwei bis drei Monate) über, danach fällt das Haar aus und ein neues wächst an seiner Stelle nach. Eine gesunde Kopfhaut verliert durch diesen Prozess fünfzig bis hundert Haare am Tag — sie werden aber laufend ersetzt, sodass die Gesamtdichte stabil bleibt.

Das Problem beginnt, wenn dieses Gleichgewicht kippt. Mehr Follikel treten gleichzeitig in den Telogen über — ein Zustand namens telogenes Effluvium —, oder der Wachstumszyklus verkürzt sich, oder Follikel miniaturisieren sich schrittweise unter dem Einfluss von Androgenen bei androgenetischer Alopezie. Diese Vorgänge ohne Untersuchung voneinander zu unterscheiden ist nicht möglich.

Die Schwelle fürs Screening: anhaltend starker Haarausfall über mehr als drei Monate, sichtbare Ausdünnung oder ein breiter werdender Scheitel, oder ein zurückweichender Haaransatz — jedes dieser Anzeichen rechtfertigt eine Blutuntersuchung. Ein Screening-Bluttest ist der erste Schritt, um medizinische Ursachen auszuschließen, bevor eine dermatologische Behandlung infrage kommt. Haarausfall geht häufig mit allgemeiner Erschöpfung einher; falls das auf dich zutrifft, beschreibt der Artikel Müdigkeit: welche Blutwerte prüfen den kombinierten Screening-Ansatz.

Das Screening-Minimum bei Haarausfall

Das Basispanel deckt die häufigsten, korrigierbaren Ursachen ab. Hier sind die acht Werte, die zuerst geprüft werden sollten.

WertWas er misstWas ein abweichendes Ergebnis nahelegt
FerritinEisenspeicher im KörperNiedrig → die häufigste korrigierbare Einzelursache bei Frauen; Follikel-Matrixzellen können sich ohne Eisen nicht teilen
Hämoglobin / BlutbildSauerstofftransport und Gesamtbild des BlutesNiedriges Hämoglobin → Eisenmangelanämie; Mikrozytose / Anisozytose → chronische Eisendepletion
TSHSchilddrüsenfunktionHoch → Hypothyreose; niedrig → Hyperthyreose; beides verursacht diffusen telogenen Haarausfall
Vitamin D25(OH)D im SerumNiedrig → Mangel; assoziiert mit beschleunigtem Haarausfall und gestörter Follikelregeneration
ZinkSerum-SpurenelementwertNiedrig → gestörte Keratinsynthese; besonders relevant bei pflanzenbasierter Ernährung
Testosteron (gesamt + frei)Androgenstatus (Männer; Frauen mit Zeichen von Hyperandrogenismus)Erhöhtes freies Testosteron → androgenetische Alopezie; bei Frauen möglicher Hinweis auf PCOS
DHEA-SAdrenaler Androgenvorläufer (Frauen)Erhöht → Hyperandrogenämie adrenalen Ursprungs
Ferritin: Schwellenwert für HaareOptimaler Wert für den FollikelzyklusDie dermatologische Literatur diskutiert 30–70 ng/mL als möglicherweise nötig für die Follikelfunktion — der genaue Schwellenwert ist umstritten (höher als die untere Grenze des laborüblichen „Normalbereichs“)

Ein praktischer Hinweis: Ferritin, Blutbild, TSH und Vitamin D lassen sich alle aus einer einzigen venösen Blutabnahme bestimmen. Zink und Sexualhormone werden separat abgenommen, falls nach dem Basispanel nötig.

Eisenmangel — die häufigste Ursache bei Frauen

Bei Frauen im gebärfähigen Alter bleibt Eisenmangel weltweit die häufigste einzelne korrigierbare Ursache für diffusen Haarausfall. Der Mechanismus ist direkt: Eisen wird für die schnelle Zellteilung in der Follikelmatrix benötigt — dem mitotisch aktivsten Gewebe im menschlichen Körper. Sind die Eisenspeicher erschöpft, verteilt der Körper das Verbleibende zugunsten höher priorisierter Funktionen (Hämoglobin, Herz, Gehirn) um, und der Follikel muss mit dem Rest auskommen.

Risikogruppen: Frauen mit starken Regelblutungen, Frauen in der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt, Menschen mit vegetarischer oder veganer Ernährung sowie Personen mit chronischen Magen-Darm-Erkrankungen, die die Eisenaufnahme beeinträchtigen.

Das entscheidende Detail zu Ferritin-Schwellenwerten: Die standardmäßige untere Normgrenze (in Laborreferenzbereichen oft 10–15 ng/mL) ist der Schwellenwert für die Diagnose einer Anämie — nicht der Schwellenwert für eine optimale Follikelfunktion. Die dermatologische Literatur diskutiert funktionelle Ferritin-Schwellenwerte im Bereich von 30–70 ng/mL als möglicherweise nötig für eine optimale Follikelfunktion — der genaue Schwellenwert ist umstritten, sodass die laborübliche untere „Normal“-Grenze nicht immer mit dem funktionellen Schwellenwert übereinstimmt. Ein als „normal“ eingestuftes Ergebnis von 18–25 ng/mL in Kombination mit Symptomen ist es wert, mit einer Ärztin oder einem Arzt besprochen zu werden, statt es beruhigt abzuheften.

Eine ausführliche Darstellung der Ferritin-Referenzbereiche, was der Wert tatsächlich bedeutet und wie Verlaufswerte zu interpretieren sind, findest du im Artikel zu Ferritin.

Schilddrüsenfunktionsstörung

Die Schilddrüse steuert die Stoffwechselrate jeder Zelle im Körper — und der Haarfollikel bildet keine Ausnahme. Bei Hypothyreose (erhöhtes TSH) verlangsamt sich der Wachstumszyklus: Die Anagenphase verkürzt sich, Follikel verharren im Telogen, und zwei bis vier Monate nachdem die Schilddrüsenfunktion erstmals nachgelassen hat, wird ein diffuser, gleichmäßig verteilter Haarausfall sichtbar. Ein nützliches Zusatzzeichen: Auch das äußere Drittel der Augenbrauen dünnt aus.

Hyperthyreose (niedriges TSH) verursacht telogenes Effluvium über den umgekehrten Mechanismus — beschleunigten Stoffwechselumsatz —, aber das Ergebnis für die Kopfhaut sieht ähnlich aus: diffuser Haarausfall und verringerte Dichte.

Die wichtige Beruhigung: Wird die Schilddrüsenfunktion durch eine Kur korrigiert, folgt das Nachwachsen der Haare — es dauert jedoch sechs bis zwölf Monate, bis die neuen Follikel einen vollständigen Anagenzyklus durchlaufen haben. Der Fortschritt ist real, aber allmählich.

TSH ist der erste und sensitivste Screening-Test. Freies T3 und T4 werden ergänzt, wenn TSH außerhalb des Referenzbereichs liegt. Eine ausführliche Anleitung zur Interpretation, zur subklinischen Hypothyreose und dazu, wann eine Kur angezeigt ist, findest du im Artikel zum TSH-Test.

Hormonelles Ungleichgewicht

Androgenetische Alopezie

Die androgenetische Alopezie ist die häufigste Form von dauerhaftem, fortschreitendem Haarausfall bei Männern und Frauen. Der Mechanismus: Das Enzym 5-Alpha-Reduktase wandelt Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT) um, das an Androgenrezeptoren im Follikel bindet und den Wachstumszyklus zunehmend verkürzt. Mit jedem weiteren Zyklus wird der Haarschaft feiner und kürzer, bis der Follikel ruhend wird.

Bei Männern zeigt sich das Muster charakteristisch fronto-temporal: Der Haaransatz weicht an den Schläfen zurück, und der Oberkopf dünnt aus. Bei Frauen äußert es sich als diffuse Ausdünnung am Oberkopf bei erhaltenem vorderem Haaransatz. Die genetische Veranlagung ist der Haupttreiber, aber der Spiegel DHT-empfindlicher Androgene bestimmt, wie schnell der Prozess abläuft.

Der hormonelle Kontext bei Frauen

Eine erweiterte Hormondiagnostik ist bei Frauen sinnvoll, wenn zusätzliche Zeichen von Hyperandrogenämie vorliegen — unregelmäßiger Zyklus, Akne, unerwünschter Gesichts- oder Körperhaarwuchs — oder wenn ein PCOS vermutet wird:

  • Testosteron gesamt und frei — freies Testosteron ist der klinisch aussagekräftigere Marker, da er die biologisch aktive Fraktion abbildet.
  • DHEA-S — eine Erhöhung deutet eher auf einen adrenalen als auf einen ovariellen Ursprung des Androgenüberschusses hin.
  • Prolaktin — erhöhtes Prolaktin unterdrückt die Eierstockfunktion und kann indirekt zu Haarveränderungen beitragen.

Postpartales telogenes Effluvium ist ein eigenständiges, physiologisches und selbstlimitierendes Geschehen. Während der Schwangerschaft hält erhöhtes Östrogen die Follikel im Anagen — das Haar wirkt dichter. Nach der Geburt sinkt Östrogen stark ab, die zurückgehaltenen Follikel synchronisieren sich in den Telogen, und zwei bis vier Monate später fallen sie alle gleichzeitig aus. Der stärkste Haarausfall tritt typischerweise drei bis sechs Monate nach der Geburt auf; die vollständige Erholung folgt meist bis zum zwölften Monat. Blutwerte sind zu diesem Zeitpunkt in der Regel normal.

Die Menopause verschiebt das Verhältnis von Östrogen zu Androgenen zugunsten der Androgene und beschleunigt bei genetisch veranlagten Frauen die Follikelminiaturisierung.

Vitamin-D- und Zinkmangel

Vitamin D

Vitamin-D-Rezeptoren finden sich direkt in Zellen des Haarfollikels — ein Hinweis darauf, dass Vitamin D eine aktive Rolle bei der Regulierung des Wachstumszyklus spielt und nicht bloß eine passive. Studien zeigen durchgängig, dass die mittleren 25(OH)D-Werte bei Frauen mit telogenem Effluvium und androgenetischer Alopezie vom weiblichen Muster im Vergleich zu passenden Kontrollgruppen deutlich niedriger sind.

Der Test misst 25(OH)D im Serum. Ein Vitamin-D-Mangel wurde mit Veränderungen im Haarwachstumszyklus in Verbindung gebracht, wobei die Kausalität noch diskutiert wird. Die 25(OH)D-Referenzbereiche und die Abgrenzung zwischen Mangel, Insuffizienz und ausreichenden Werten (in nmol/L und ng/mL) findest du im eigenen Vitamin-D-Leitfaden. In weiten Teilen Mittel- und Osteuropas betrifft ein saisonaler Mangel am Ende des Winters schätzungsweise 40–70 % der Erwachsenen.

Mehr zu Referenzbereichen, saisonalen Mustern und Supplementierungsansätzen findest du im Artikel „Vitamin D: was normal ist und was nicht“.

Zink

Zink ist an der katalytischen Aktivität von etwa hundert Enzymen beteiligt und wird direkt für die Keratinsynthese benötigt — das Strukturprotein des Haarschafts. Bei Zinkmangel produziert die Follikelmatrix schwächere, dünnere Haarschäfte, die leichter brechen und früher in den Telogen übergehen.

Risikogruppen: Vegetarierinnen und Veganer (pflanzliches Zink ist wegen Phytaten schlechter bioverfügbar), Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen oder anderen Malabsorptionsstörungen sowie Personen unter langfristiger Einnahme von Protonenpumpenhemmern.

Der Test ist Nüchtern-Serumzink. Referenzbereich: in Routinelabors typischerweise 70–120 µg/dL; die NIH ODS stuft Werte unter 70 µg/dL bei Frauen bzw. 74 µg/dL bei Männern als unzureichenden Status ein (als gesunder Referenzwert wird häufig 80–120 µg/dL genannt). Ein Vorbehalt: Serumzink ist ein relativ später Marker — er sinkt erst, wenn die intrazellulären Speicher deutlich erschöpft sind. Ein normales Ergebnis schließt einen funktionellen Mangel bei Risikopersonen nicht vollständig aus.

Wenn die Blutwerte normal sind

Normale Ergebnisse sind auch ein Ergebnis. Sie schließen die häufigsten medizinischen Ursachen aus und ermöglichen ein gezielteres Verständnis dessen, was tatsächlich vorliegt.

Telogenes Effluvium nach Stress oder Krankheit. Jeder bedeutende physiologische Schock — eine schwere Infektion, eine größere Operation, extreme Kalorienrestriktion oder intensiver psychischer Stress — kann eine große Zahl von Follikeln gleichzeitig in den Telogen synchronisieren. Die charakteristische Verzögerung: Der spürbare Haarausfall beginnt zwei bis vier Monate nach dem auslösenden Ereignis, zu einem Zeitpunkt, an dem die Ursache oft nicht mehr offensichtlich ist. Der Zustand ist reversibel — das Haar erholt sich, nachdem der Stressor abgeklungen ist —, der Prozess dauert jedoch sechs bis neun Monate.

COVID-19-assoziiertes telogenes Effluvium. In der Literatur separat dokumentiert: eine Virusinfektion zählt zu den stärksten bekannten Auslösern eines telogenen Effluviums. Der Mechanismus kombiniert Fieber, eine systemische Entzündungsreaktion und metabolischen Stress. Bis der Haarausfall bemerkt wird, sind die Blutwerte meist schon wieder normal.

Frühe androgenetische Alopezie. Liegen Testosteron und DHEA-S im Referenzbereich, besteht aber eine genetische Veranlagung und ein musterkonformes Verteilungsbild (Ausdünnung am Oberkopf bei Frauen, Schläfenrückgang bei Männern), identifizieren Standard-Blutwerte die Ursache nicht — weil sie genetisch und nicht biochemisch bedingt ist. Hier lohnt sich die Überweisung an eine Dermatologin oder einen Trichologen: Die Dermoskopie kann die Follikelminiaturisierung direkt sichtbar machen und die androgenetische Alopezie von anderen Formen abgrenzen.

Diätbedingte Einschränkung. Crash-Diäten, anhaltende Kalorienrestriktion und Monodiäten sind häufige Auslöser, die in Standardpanels nicht auftauchen, aber vorhersehbar auf eine Normalisierung der Ernährung ansprechen.

Geht der Haarausfall mit anhaltender Erschöpfung, Energiemangel oder Konzentrationsschwierigkeiten einher, können diese Zusammenhänge bestehen, und eine kombinierte Abklärung ist sinnvoll. Der Artikel Müdigkeit: welche Blutwerte prüfen beschreibt das Screening-Panel für diese Symptomkombination.

Wie HealthLab hilft

Haarausfall löst sich selten mit einem einzigen Test. Hat der Anstieg von Ferritin von 12 auf 45 ng/mL nach einer Eisensubstitution den Haarausfall tatsächlich gestoppt? Nach wie vielen Monaten nach der TSH-Normalisierung unter Thyroxin wurde die Dichte sichtbar besser? Solche Antworten werden erst im Verlauf sichtbar.

HealthLab erkennt Biomarker automatisch aus PDF-Laborberichten jedes Labors — Ferritin, TSH, Vitamin D, Zink, Hämoglobin, Testosteron — und erstellt daraus Trendkurven über die Zeit. Du siehst auf einen Blick, ob sich ein Wert nach Beginn einer Kur auf den Zielbereich zu- oder von ihm wegbewegt. Keine manuelle Dateneingabe, keine Tabellenkalkulation.

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Häufig gestellte Fragen

Ist ein Haarausfall von 50–100 Haaren am Tag normal?

Ja — das liegt im physiologischen Bereich. Der Follikel durchläuft laufend Wachstums- und Ruhephasen, und zu jedem gegebenen Zeitpunkt befinden sich etwa 10–15 % aller Follikel im Telogen (Ruhephase). Haare auf der Bürste zu zählen ist eine unzuverlässige Diagnosemethode: Das Ergebnis hängt von der Haardichte, der Waschfrequenz und der Sorgfalt beim Zählen ab. Aussagekräftiger ist eine Veränderung gegenüber dem eigenen Ausgangswert über acht bis zwölf Wochen, kombiniert mit sichtbarer Ausdünnung oder einer Veränderung des Haaransatzes — das sind die Anzeichen, auf die es zu achten lohnt.

Wie lange dauert die Erholung, nachdem ein Mangel behoben wurde?

Das hängt von der Ursache ab. Bei Eisenmangel stabilisiert sich der aktive Haarausfall typischerweise innerhalb von drei bis vier Monaten, nachdem Ferritin einen ausreichenden Wert erreicht hat; die Erholung der Dichte dauert sechs bis zwölf Monate — die volle Länge eines Anagenzyklus. Bei Hypothyreose ist der Zeitrahmen nach der TSH-Normalisierung ähnlich: sechs bis zwölf Monate. Bei Vitamin-D- oder Zinkmangel wird eine positive Veränderung innerhalb von drei bis sechs Monaten nach ausreichender Auffüllung sichtbar. Die Erholung ist real, aber Haarfollikel sind langsame Strukturen. Konsequente Kur und wiederholte Kontrollen sind hilfreicher, als den Spiegel Woche für Woche zu beobachten.

Sollten Frauen Testosteron testen lassen?

Nicht routinemäßig, aber ja im richtigen klinischen Kontext. Testosteron (und DHEA-S) sind es wert, geprüft zu werden, wenn zusätzliche Zeichen von Hyperandrogenämie vorliegen: unregelmäßiger Zyklus, Akne, unerwünschter Gesichts- oder Körperhaarwuchs, oder wenn das Basis-Screening-Panel (Ferritin, TSH, Vitamin D) den Haarausfall nicht erklärt. Weibliche androgenetische Alopezie mit einer androgenbedingten Komponente ist häufig, wird aber oft nicht erkannt — die Diagnose erfordert klinischen Kontext statt eines einzelnen Werts auf einem Laborbericht.

Wirken Haarvitamine auch ohne vorherige Testung?

Ist ein tatsächlicher Mangel bestätigt, setzt eine gezielte Supplementierung an der Ursache an — und der Effekt ist real. Sind die Werte bereits ausreichend, beschleunigen die meisten „Haarvitamine“ das Wachstum nicht spürbar: zusätzliches Eisen oder Zink über den Bedarf hinaus beschleunigt den Follikelzyklus nicht, und übermäßige Mengen können schaden. Die Logik ist einfach: erst testen, dann entscheiden. Ohne Messung weißt du nicht, was — falls überhaupt etwas — tatsächlich fehlt, und riskierst, Zeit und Geld in die Korrektur des falschen Problems zu stecken.


Dieses Material ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Interpretation von Blutwerten erfordert immer den klinischen Kontext.

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Auch interessant

Quellen

  1. AAD — American Academy of Dermatology: Hair loss types and causes
  2. PubMed — Aukerman & Grimshaw. Laboratory Testing in Telogen Effluvium (J Am Board Fam Med, 2021)
  3. PubMed — Asghar et al. Telogen Effluvium: A Review of the Literature (Cureus, 2020)
  4. PubMed — Tamer et al. Serum ferritin and vitamin D levels should be evaluated in patients with diffuse hair loss prior to treatment (Postepy Dermatol Alergol, 2020)
  5. PubMed — Rebora A. Telogen effluvium: a comprehensive review (Clin Cosmet Investig Dermatol, 2019)
  6. NHS — Hair loss: symptoms and causes
  7. NIH ODS — Iron: Health Professional Fact Sheet
  8. NIH ODS — Zinc: Health Professional Fact Sheet
  9. WHO — Anaemia: global health topic overview